Liebe Leserin, lieber Leser,
zur Orientierung für de Sade-Neulinge, präsentieren wir
Ihnen die folgende Bibliografie in Form einer Rangliste.
1.
Justine und Juliette (der großartige Doppelroman in
10 Bänden. Zum ersten Mal ungekürzt ins Deutsche übersetzt von Stefan Zweifel
und Michael Pfister – great work! Sogar die Geschichte der Justine ist hier,
in ihrer dritten Fassung, gelungen. Jeder der zehn Bände enthält kluge Essays
und noch nicht gezeigte Kunst zum Thema Sade)
2.
Die Philosophie im Boudoir oder die lasterhaften Lehrmeister (das
ideale Buch zum Einstieg und eine super Geschenkidee für junge Damen)
3.
Die Hundertzwanzig Tage von Sodom oder die Schule der Ausschweifung
(genial, nur schwer zu lesen, weil unvollendet)
4.
Ein Priester und ein Sterbender im Zwiegespräch (Sades Atheismus
auf den Punkt gebracht. Wenn Sie keine Lust haben, sich weiter den Mund fusselig
zu reden, dann verabreichen Sie dem Gläubigen einfache diese Lektüre,
klauen seine Geldbörse und machen sich aus dem Staub)
5.
Juliette oder die Wonnen des Lasters (für alle,
die mal schnell die lebendigste Geschichte de Sades lesen wollen und für die,
die auf Justine keine Lust haben. Die Geschichte der Juliette gibt es unzähligen,
verschieden stark gekürzten Fassungen zu kaufen. Unsere Empfehlung: lesen Sie
Band 5 bis 10 der oben erwähnten Ausgabe von Justine und Juliette)
6.
Justine oder die Leiden der Tugend – 2. Fassung (nicht
schlecht, aber sehr zäh. Leider das meistgelesenste Buch de Sades)
7.
Justine – Urfassung (die Richtung stimmte, doch aller Anfang ist
schwer. Ideale Strandlektüre, weil nicht ganz so hart und aufgrund der geringen
Seitenzahl auch leicht zu tragen)
8.
Die Marquise de Gange (die Geschichte beruht angeblich auf einer
wahren Begebenheit. Das macht das Buch nicht schlechter aber auch nicht besser)
9.
Verbrechen der Liebe (vier Kurzgeschichten
– eine belangloser als die andere)
10.
Aline und Valcour oder Der Philosophische Roman (von der Anlage her,
ist dies ein sehr interessantes Buch. Es ist leider nur ca. 742 Seiten zu lang)
11.
Der Greis in Charenton - Letzte Aufzeichnungen und Kalkulationen
(nur etwas für Fans und Mathematiker im Drogenrausch)
12.
Erzählungen und Schwänke eines provencalischen Troubadours oder Der französische
Boccario (Sade wollte gelegentlich zeigen, dass er auch anders kann.
Dieses Buch zeigt: er konnte es nicht)
13.
Schriften aus der Revolutionszeit 1788-1795 (Sade hatte damals die
Wahl: Opportunistisch reden und schreiben, oder sterben. Er entschied sich für
Ersteres. Lesen müssen wir dieses Geschreibsel heute nicht)