zum besseren Verständnis:

Dieses Comic entstand während einer Kriminologievorlesung im Jahr 1999. Der Professor erzählte etwas von "Gewalt gibt es gar nicht - Gewalt ist eine Zuschreibung". Fand ich wie immer nur halbspannend, das mit der Zuschreibung, weil ja alles Zuschreibung ist in der Kritischen Kriminologie und es so ja eigentlich gar nichts gibt auf der Welt, außer Zuschreibungen. Der in der Soziologie und Kriminologie oft zitierte Labeling-Approach weist die Richtung: Kriminalität ist das Resultat gesellschaftlicher Normvorstellungen. Stimmt natürlich, und für die wissenschaftliche Analyse von Kriminalität, ist diese Erkentnis sicher von unschätzbaren Wert. Doch was nützt sie einem Opfer von Kriminalität?

Das, was als kriminell gilt, wird in der Gesellschaft ausgehandelt und das Ergebnis ist von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich. Keiner wusste das besser und hat das häufiger formuliert, als der Marquis de Sade. Er wusste aber auch dass das Ergebnis eine Realität ist, an der in der Gesellschaft keiner vorbeikommt. Wenn ein Mensch einem anderem Mensch aus Willkür die Ohren abschneidet, ist das also ein krimineller Gewaltakt. Das wurde bei uns irgendwann mal so ausgehandelt.

Also begann ich noch vorort damit, dieses schöne Comic zu zeichnen. Es ist eines von drei Abenteuern der 3 Chinesen. Ob weitere folgen, ist unklar.

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